zum Abfassen einer Inaugural-Dissertation für die Promotion zum Dr. med (dent.)
Mit der Inaugural-Dissertation soll der Doktorand seine Fähigkeit unter Beweis stellen, eine wissenschaftliche Fragestellung mit geeigneten Methoden zu bearbeiten, die Ergebnisse korrekt und übersichtlich darzustellen, zu interpretieren, sie kritisch zu werten und sinnvolle Schlussfolgerungen aus ihnen zu ziehen. Die Dissertation ist eine wissenschaftliche Veröffentlichung, für deren Form und Inhalt der Doktorand verantwortlich ist. Im Gegensatz zu den üblichen Original-Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften ist die Dissertation nicht nur an einen Leserkreis von interessierten Fachleuten, sondern in erster Instanz an die Fakultät gerichtet, von der der Kandidat die Promotion zum Dr. med. (dent.) begehrt und deren Mitglieder die Arbeit von Amtes wegen zu lesen und zu beurteilen haben. Sie dürften zum größten Teil Nicht-Spezialisten auf dem Gebiet der jeweiligen Dissertation sein. Das sollte beim Abfassen der Arbeit bedacht werden. Die Dissertation soll so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig sein. In der Regel sollten etwa 30 bis max. 50 Schreibmaschinenseiten Text genügen, um alles Nötige zu sagen. Arbeiten, die in Form und Inhalt nicht den in diesen "Richtlinien" genannten Anforderungen genügen, können dem Doktoranden zur Änderung zurückgegeben werden.
Die Arbeit muss klar gegliedert sein und folgende Hauptabschnitte enthalten:
1. Einleitung 5. Zusammenfassung
2. Methoden 6. Literaturverzeichnis
3.
Ergebnisse 7. ggfls. Anhänge
4. Besprechung der Ergebnisse (Diskussion)
Die Hauptabschnitte können weiter untergliedert sein. Jeder Abschnitt muss durch eine deutliche Überschrift als solcher erkennbar sein. Die Gliederung der Arbeit muss im Inhaltsverzeichnis und in den Überschriften der Abschnitte übereinstimmen. Das Inhaltsverzeichnis ist dem Text voranzustellen; es muss Seitenangaben enthalten. Die Seiten der gesamten Arbeit müssen fortlaufend durchnumeriert sein. Auf der vorletzten Seite der Dissertation gibt der Doktorand die im zuteil gewordenen Hilfen in Form einer Danksagung an. Die letzte Seite enthält den Lebenslauf, worin auch eine Angabe über den Zeitraum enthalten sein sollte, während dessen die Arbeit für die Dissertation durchgeführt wurde. Die Arbeit soll mit Zeilenabstand 1,5 mit Schreibmaschine geschrieben sein, eine Seite soll nicht mehr als 42 Zeilen enthalten. An allen Kanten soll ein Rand von 2,5 cm frei bleiben. Der Text soll in logische Absätze von vernünftiger Länge untergliedert sein (nicht nach jedem Satz neue Zeile beginnen). Über die formale Gestaltung des Titelblattes der Dissertation sowie über weitere Formalitäten im Zusammenhang mit dem Promotionsverfahren gibt das "Doktoranden-Merkblatt‘ (im Dekanat der med. Fakultät erhältlich) Auskunft.
1. Titel
Der Titel der Dissertation ist so zu fassen, dass aus ihm
das Wesentliche Anliegen der Arbeit zu erkennen ist. Er soll möglichst keine
Abkürzungen enthalten und so formuliert sein, dass auch der Nicht-Spezialist zu
erkennen vermag, worum es sich handelt.
2. Einleitung
In der Regel ist es nicht Zweck der
Einleitung, eine weitschweifige Literaturübersicht zu liefern; vielmehr soll sie
dem Leser, insbesondere den Nicht-Spezialisten, in das einschlägige
Forschungsgebiet einführen und den aktuellen Wissensstand kurz skizzieren. Die
Einleitung soll außerdem dem Nicht-Spezialisten in knapper Form diejenigen über
das allgemeine medizinische Wissensgut hinausgehenden Kenntnisse vermitteln, die
für das Verstehen der Arbeit unerlässlich sind. Aus der "Fragestellung" müssen
der wissenschaftliche Zweck und das angestrebte Ziel der vorgelegten
Untersuchung klar ersichtlich sein.
3. Methoden
Das Vorgehen bei der Gewinnung und Auswertung der
eigenen Ergebnisse soll genau beschrieben werden, sodass danach jeder Fachmann
die Untersuchungen wiederholen und ihre Ergebnisse nachprüfen kann. Das
Untersuchungsgut (Patienten. oder Probandenkollektive, Versuchstiere, Zellinien
usw.) muss ausreichend beschrieben werden. Namen, Initialen oder
Registriernummern von Patienten dürfen nicht genannt werden. Apparate sowie
Chemikalien und Pharmaka (Freiname, Handelsname, Hersteller, Dosierung,
Applikationsort) müssen genau bezeichnet sein. Bei Anwendung gängiger Methoden
genügt es meist, das Prinzip anzugeben und auf die Literatur zu verweisen, aus
der die Methoden übernommen wurden. Eine detaillierte Beschreibung ist
erforderlich, wenn neue Methoden entwickelt oder bekannte Methoden wesentlich
modifiziert wurden. Dissertationen mit experimentellen Untersuchungen am
Menschen müssen den ethischen Anforderungen nach der Deklaration des
Weltärztebundes von Helsinki/ Tokio (1964/1975) entsprechen. Es muss eine
ordnungsgemäße Aufklärung der Probanden/Patienten vorangegangen sein. Eine
Absprache mit der Ethik-Kommission der Medizinischen Fakultät wird empfohlen
(vgl. dazu auch Art. 1, § 1 Abs. 4 der Satzung zur Änderung der Berufsordnung
der Ärztekammer Schleswig-Holstein von 25. IX. 1985).
4. Ergebnisse
Dieses Kapitel soll eine verbale Darstellung der
wichtigsten Untersuchungsergebnisse mit Tabellen und anschaulichen Abbildungen
enthalten. Eine Diskussion der Befunde gehört nicht in dieses Kapitel.
Manchmal ist es allerdings sinnvoll, direkt im Anschluss an die Beschreibung
eines Befundes kurze Schlussfolgerungen zu ziehen und schon hier mitzuteilen,
wenn sich aus ihnen das weitere experimentelle Vorgehen ergibt. Ebenso kann es
zweckmäßig sein, Nebenbefunde, die für die eigentliche Fragestellung nicht von
Bedeutung aber doch der Beschreibung wert sind, hier kurz zu interpretieren,
ohne sie später wieder erwähnen zu m0ssen.
5. Besprechung der Ergebnisse (Diskussion)
In diesem Kapitel
erfahren die eigenen Ergebnisse eine umfassende Interpretation und kritische
Wertung vor dem Hintergrund der einschlägigen Literatur und der eigenen
Fragestellung. Eine weitschweifige Wiederholung der Ergebnisse ist zu vermeiden.
Es muss klar ersichtlich sein, welche Schlussfolgerungen der Autor aus seinen
Ergebnissen zieht, welche Antworten er auf die eingangs formulierte
Fragestellung gibt und zu welchen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen die
vorgelegte Untersuchung geführt hat.
6. Zusammenfassung
Aus diesem Abschnitt soll der Leser, ohne
dass er die ganze Arbeit kennt, das Wesentliche der Dissertation entnehmen
können. Fragestellung, grundsätzliches methodisches Vorgehen, Ergebnisse und
Schlussfolgerungen sollen so konzis und knapp formuliert werden, dass 1 bis 1,5
Schreibmaschinenseiten nicht überschritten werden. In diesem Kapitel sollten
keine Abkürzungen verwendet werden.
7. Anhang
Hier sollten detaillierte Schilderungen von Techniken
oder Vorschriften sowie umfangreiches Datenmaterial untergebracht werden, wie
z.B. Computerausdrucke, Graphiken, Tabellen und Kasuistiken, sowie sie zum
Verständnis der Schlussfolgerungen nicht unbedingt erforderlich sind. Bei
histologischen Arbeiten kann das gesamte Bildmaterial samt Legenden Im Anhang
zusammengefasst werden (s. V, 2b).
Die Dissertation soll in einfacher Sprache, in der Regel deutsch, geschrieben sein. Mit Genehmigung des Dekans kann sie ausnahmsweise auch englisch abgefasst werden, Oberste Gebote sind die Klarheit und eindeutige Verständlichkeit der Aussage und flüssige Lesbarkeit der Arbeit. Zu vermeiden sind dabei Labor- und Klinikjargon und unnötige Anglizismen. Wenn die Anwendung einer nur dem Spezialisten vertrauten Terminologie tatsächlich unumgänglich ist, sollte sie entweder im laufenden Text oder in einem Glossarium (s. III, 1) ausreichend erklärt werden. Der Doktorand tut gut daran, sich beim Schreiben seiner Arbeit ständig den potentiellen Leser vorzustellen und die Verständlichkeit seines Textes zu testen, indem er sein Werk schon während der Entstehung unbefangenen, wohlwollenden, über ausreichenden Sachverstand verfügenden Kollegen zur Begutachtung vorlegt. Unverständnis bei solchen Lesern ist als Hinweis auf didaktische oder logische Mängel des Textes stets ernst zu nehmen.
1. Abkürzungen
Die Verwendung von Abkürzungen im laufenden Text ist
auf solche zu beschränken, die im internationalen
medizinisch-naturwissenschaftlichen Schrifttum üblich sind. Abkürzungen sollen
dem Leser das Lesen erleichtern, nicht dem Autor das Schreiben. Selbstgewählte
Abkürzungen im laufenden Text erschweren das Verständnis und sind zu vermeiden.
In Gleichungen, Tabellen und Abbildungen dagegen können Abkürzungen zweckmäßig
sein, wenn sie in den Legenden erklärt sind. Bei Verwendung zulässiger
Abkürzungen im laufenden Text müssen diese bei erster Nennung definiert werden;
bei mehr als 4 Abkürzungen sollen sie in einem Glossarium alphabetisch geordnet
auf einergesonderten Seite (direkt nach dem Inhaltsverzeichnis) erklärt werden.
Standardabkürzungen, die Medizinern aller Disziplinen vertraut sein dürften,
können (außer im Titel> ohne Definition verwendet werden (z.B. AOTH, ATP,
DNS, EKG, ANS, ZNS etc.)
2. Nomenklatur
Makroskopisch-anatomische Strukturen sollen
wenigstens bei erster Nennung nach der neuesten anatomischen Nomenklatur
bezeichnet werden, wenn sonst klinisch geläufige Eigennamen bevorzugt werden.
Die Bezeichnung von Tierarten, Bakterien, Viren, chemischen Substanzen, Enzymen
sollen sich nach den international anerkannten Nomenklaturen richten. Pharmaka
sollen durchgehend mit ihrem Freinamen bezeichnet werden; im Methoden-Kapitel
sind ggfls. die Namen der verwendeten Handelspräparate zu nennen. Die benutzten
Maßeinheiten sollen den Gepflogenheiten renommierter Zeitschriften folgen.
IV. Literatur
Der Doktorand muss die für seine Arbeitwichtigen literarischen Bezugsquellen angeben. Er sollte jedoch nicht seinen Ehrgeiz daransetzen, eine möglichst umfangreiche Liste der einschlägigen Veröffentlichungen zu liefern, sondern vielmehr daran, die für seine Arbeit wirklich wesentlichen sowie die jüngsten Publikationen zu nennen. Der Regelfall sollte sein, dass der Doktorand nur solche Arbeiten zitiert, die er selbst im Original gelesen hat. Für den seltenen Fall, dass er eine Arbeit zitieren möchte, deren Inhalt er nur aus zweiter Hand kennt (Übersetzungen, Referate, Zitate in anderen Arbeiten), möge er sich bei seinem "Doktorvater" über die Form des Zitierens erkundigen.
Unveröffentlichte Vorträge: möglichst gar nicht im Lit.-Verz. aufführen; wenn unumgänglich: Autorenname, Jahr und Titel (s.o.), Bezeichnung der Veranstaltung, Ort, Datum.
Für die Reihenfolge der einzelnen Angaben in einem Zitat gibt es verschiedene Möglichkeiten (vgl. Anhang und vgl. Lit.-Verzeichnisse in Lehrbüchern und internationalen Zeitschriften). Wichtig für das Lit.-Verz. der Dissertation ist, dass eine Art konsequent durchgehalten wird.
V. Tabellen und Abbildungen
Oberstes Gebot ist, dass Tabellen und Abbildungen so gestaltet und miteiner Überschrift bzw. einer Legende versehen werden, dass man das Wesentliche rasch entnehmen kann, ohne die Einzelheiten des laufenden Textes zu kennen. Unterschriften wie "Näheres siehe Text" sind kein Ersatz für eine Legende und daher zu vermeiden. Alle in Tabellen und Abbildungen verwendeten nicht allgemein verständlichen Abkürzungen müssen in der Legende erklärt werden, ungeachtet der Tatsache, dass sie im laufenden Text oder in einem Glossarium schon definiert wurden. Tabellen und Abbildungen werden getrennt durchnumeriert und müssen im laufenden Text zitiert sein. Beim Entwurf von Tabellen und Abbildungen ist zu berücksichtigen, dass das Format der Dissertation bei Drucklegung auf DIN AS verkleinert wird. Sind Tabellen und Abbildungen aus anderen Arbeiten übernommen, so ist die Quelle in der Legende anzugeben (z. B. "aus Schmidt et al. (1981)", oder "umgezeichnet nach ....."). Bei unveränderter Übernahme von Abbildungen aus anderen Veröffentlichungen muss außerdem die Genehmigung des Verlages eingeholt werden (ist leicht zu erhalten) und diese in der Legende vermerkt sein (z. B. mit Erlaubnis des Thieme Verlages).
1. Tabellen
Tabellen enthalten entweder eine Legende oder, wie in
vielen Zeitschriften üblich, eine Überschrift. Aus dieser bzw. aus dem Beginn
der Legende soll klar hervorgehen, was die Tabelle besagt. Jede einzelne Kolumne
soll mit einer erklärenden Überschrift versehen sein; hier soll bei
experimentellen Daten auch die Maßeinheit klar angegeben werden. Wenn einzelne
Daten der Tabelle einer näheren Erläuterung bedürfen, werden sie mit einem
Symbol oder Buchstaben (z. B. *, a, b) markiert und in einer Fußnote zur Tabelle
bzw. in der Legende kommentiert
2. Abbildungen
Jede Legende beginnt mit einem Titel, aus dem klar
zu entnehmen ist, was in der Abbildung dargestellt ist. Darauf folgt eine kurze
Beschreibung der wesentlichen Einzelheiten bezüglich des Inhaltes und ggfls. der
experimentellen Grundlage der Abbildung.
a) Diagramme und Strichzeichnungen
Sie sollen — sofern es sich nicht um Computerausdrucke handelt — mit schwarzer Zeichentusche angefertigt werden und das Format von DIN A4 nicht überschreiten. Sei Diagrammen sind Ordinate(n) und Abzisse(n) sowie alle verwendeten Symbole entweder in der Abbildung selbst oder in der Legende eindeutig zu erklären.
b) Halbton-Abbildungen
(z.B. Photographien von Geräten oder makroskopischen Strukturen, Elektrophorese-Gelen, Röntgenaufnahmen sowie histologische und elektronenmikroskopische Bilder) sind sowohl im Original als auch in den Umlaufexemplaren der Dissertation als Hochglanz-Abzüge zu liefern. Photokopien von Halbton-Abbildungen sind unzulässig und werden dem Doktoranden zur Änderung zurückgegeben. Makroskopische und mikroskopische Bilder sollen ausgiebig beschriftet sein, da dies die Verständlichkeit sehr fördert (LetrasetR oder ähnliches System wird empfohlen). Mikrophotos müssen mit einem Maßstab versehen sein; Vergrößerungsangaben in der Legende sind nach Drucklegung (DIN A5) nicht mehr zutreffend!Halbton-Abbildungen sind bei Drucklegung auf Glanzpapier zu vervielfältigen. Bei Arbeiten mit umfangreichem Bildmaterial empfiehlt es sich zwecks Einsparung teuren Glanzpapiers, die Halbton-Abbildungen samt Legenden im Anhang zusammenzufassen. Bei der Dokumentation mikroskopischer Befunde empfiehlt es sich, Abbildungen samt Legenden so zu planen, dass der Satzspiegel (max. 15 x 24cm, im DIN A 4-Format) optimal ausgenutzt wird (mehrere Einzelabbildungen zu einem Tableau zusammenzugruppieren, zugehörige Legenden auf dieselbe Seite).
c) Farbige Abbildungen
sind nur zulässig, wenn der Doktorand garantiert, dass die Abbildungen auch in den gedruckten Exemplaren farbig wiedergegeben werden. Wegen der hohen Druckkosten sollen farbige Abbildungen möglichst vermieden werden,
VI. Anhang
Booth, V. (1975): Writing a scientific paper Biochem. Soc. Trans. 2,1-26
International Steering Committee of Medical Editors (1979): Uniform requirements for manuscripts submittet to biomedical journals. Br Med. J. 1979/11, 532-535 (Vancouver Style)
Das Zitieren von Veröffentlichungen dient u. a. der wissenschaftlichen
Redlichkeit, der Stützung eigener Befunde, der Rechtfertigung eigener
Schlussfolgerungen und nicht zuletzt dem Leser als Wegweiser zu
Informationsquellen. "Unveröffentlichte Berichte und "Persönliche Mitteilungen"
sollten nicht ins Literaturverzeichnis (Lit.-Verz.) aufgenommen werden, da sie
dem Leser nicht zugänglich sind; sie können jedoch im laufenden Text, als solche
gekennzeichnet, verwendet werden; dabei müssen die Initialen der Forscher
genannt werden (z. B. A, Müller, pers. Mitteilung; B. Schulz, unveröffentlichte
Befunde). Arbeiten "in Vorbereitung" sind keine Veröffentlichungen und sind so
zu handhaben wie "unveröffentlichte Befunde". Zitierte Arbeiten, deren
Manuskripte zur Veröffentlichung aufgenommen oder schon im Druck sind, sollen im
Lit.-Verz. unter Nennung der entsprechenden Zeitschrift aufgeführt werden.
—
Das Lit.-Verz. ist erfahrungsgemäß derjenige Teil der Dissertation, in dem die
meisten rasch zu entdeckenden formalen Fehler gemacht werden. Diese führen
regelmäßig zu Reklamationen, deren Behebung den Doktoranden Zeit und Mühe
kostet.
Es gibt zwei international übliche Arten, das Lit.-Verz. anzulegen:
ad 1:
Im laufenden Text werden die Arbeiten zitiert entweder
a) durch Nennung des (der) Autorennamen samt Jahreszahl der Veröffentlichung oder
b) durch Nennung der Ziffer (in Klammern), die die zitierte Arbeit im durchnummerierten Lit.-Verz. führt.
ad 1a:
Diese Art (sog. Havard-System) bietet für den Leser mehr Informationen als (1b) und erspart ihm ständiges Blättern im Lit.-Verz.. Sie ist daher der Art (1b) vorzuziehen. Letztere erspart nur scheinbare Schreibarbeit: Ergänzungen des Lit.-Verz. nach Fertigstellung des ersten Entwurfes der Dissertation können zeitraubende Korrektur zahlreicher Zitat-Ziffern im Text notwendig machen. Bei Anwendung von Modus (1a) muss allerdings garantiert sein, dass jede zitierte Arbeit vom Text aus im Lit.-Verz. eindeutig bestimmbar ist. Beim Zitieren mehrerer Arbeiten mit identischer Autorenschaft und identischem Erscheinungsjahr müssen beim Textzitat und im Lit.-Verz. unbedingt Kennbuchstaben hinzugefügt werden (z.B. Müller u. Schulz 1980 a, b). Bei identischen Autorennamen und Erscheinungsjahr müssen die Initialen der Vornamen hinzugesetzt werden (z.B. A. Müller 1980, 5. Müller 1980). Sonst werden die Initialen der Vornamen im Text nicht genannt. Hat eine Veröffentlichung zwei Autoren, so werden im Text beide genannt (z.B. Meier und Müller 1983). Bei mehr als zwei Autoren erscheint dagegen im Text nur der Name des ersten und die anderen werden unter "et al." zusammengefasst (z.B. Schulz et al. 1984).
Zwischen den Arten 1a) und 1b) kann frei gewählt werden. Eine Art muss dann konsequent durchgehalten werden; eine Mischung beider Arten ist unzulässig.
ad 2:
Im laufenden Text werden die Arbeiten mit einer Ziffer (in Klammern) in der Reihenfolge ihrer ersten Erwähnung zitiert. Diese Art entspricht dem "Vancouver Style‘ auf den sich 1978 zahlreiche englisch-sprachige medizinische Zeitschriften geeinigt haben. Auch diese Art ist bei Dissertationen zulässig, wenn sie konsequentdurchgehalten wird. Sie birgt allerdings noch mehrmals die Art (1b) die Gefahr in sich, dass eine Umänderung des ersten Arbeitsentwurfes mühsame Korrekturen der Zitatziffern erforderlich machen kann.
Angaben im Literaturverzeichnis
Alle im Text zitierten Arbeiten werden im Lit.-Verz. mit den vollständigen bibliographischen Angaben aufgelistet. Arbeiten, die nicht im Text oder in Legenden erwähnt werden, gehören nicht ins Lit.-Verz.. Im Falle der alphabetischen Anordnungen werden mehrere Arbeiten mit identischer Autorenschaft chronologisch geordnet. Mehrere Arbeiten, bei denen der Erstautor derselbe ist, die Co-Autoren aber wechseln, werden so angeordnet, dass erst alle Zitate mit nur 2 Autoren und danach alle mit mehr als 2 Autoren alphabetisch aufgelistet werden.
Folgende Angaben sind nötig:
Bei Arbeiten aus Zeitschriften (oder anderen periodisch erscheinenden Schriften): Alle Autorennamen mit Initialen der Vornamen, Jahr (in Klammern), Titel (mit Untertiteln) der Arbeit (bei englischen Titeln alles, bis auf den ersten Buchstaben, klein schreiben), Name der Zeitschrift (abgekürzt wie im "Index Medicus", vgl. Liste alljährlich im Januar-Heft des Index Medicus), Seiten (von-bis). Nummer des Einzelheftes nur, wenn der ganze Band nicht fortlaufend durchnumeriert ist (z.B. Progr. Histochem. Cytochem.).
Bei Artikeln aus Sammelwerken: Autorennamen und Jahr (s.o.), alle Herausgebernamen mit Initialen der Vornamen (Hrsg.), Titel des Buches, ggfls. Band (Bd.) und Auflage (Aufl.), Seiten (5.) des Artikels (von-bis), Verlag, Erscheinungsort.
Bei Büchern: Autorennamen und Jahr (s.o.), Titel, ggfls. Auflage, Verlag, Erscheinungsort
Bei Dissertationen: Autorenname und Jahr (8.0.), Titel, "Med. Diss." (oder entsprechende Angabe der Fakultät), Universitätsort.
Lippert, H. (1984): Das Manuskript der medizinischen Dissertation. In: Lippert, H. (Hrsg.), Die medizinische Dissertation, 5. 159-214, Urban u. Schwarzenberg, München
Umstätter, W., Rehm, M. (1981): Einführung in die Literaturdokumentation und lnformationsvermittlung, k. G. Saur, München
2) Beispiele für Zitate im Lit.-Verz.
— Artikel aus Zeitschriften
Jamieson, 1. D., Palade, G. E. (1967): lntracelluar transport of secretory protein in the pancreatic exocrine cell. I. Role of the peripheral elements of the Golgi complex. J. Cell. Biol, 34, 577-596
oder J. Cell Biol. 34, 577-598(1967)
oder J. Cell Biol. 34(1967), 577-598
oder J. Cell Biol. 1967; 34: 577-596 (Vancouver Style)
— Artikel aus Sammelwerken
De Duve, 0. (1969): Thy lysosome in retrospect. In: Dingle, J. T., Fell, H. B. (Hrsg.) Lysosomes inBiology and
Pathology, Bd. 1, 5. 3-40, North Holland, Amsterdam
— Bücher (Monographien)
Bessis, M. (1973): Living Blood Cells and their Ultrastructure. Springer, Berlin
— Dissertationen
Schumacher, U. (1983): Serologische und histologische Untersuchungen am Mäusen nach Inhalation von Fremdeiweiß. Med. Diss., Kiel